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21.11.2018 - Prävention in Städten und Gemeinden stärken

Rund 40 Teilnehmer*innen haben am Dienstag beim 3. Präventionsforum Landkreis Rostock über die Präventionsarbeit im Kreis beraten. Nach einer Analyse der vergleichsweise guten Sicherheitslage im Landkreis Rostock diskutierten die Gäste aus Politik, Verwaltung, Justiz, Vereinen und Kommunen, wie die Präventionsarbeit im Kreis weiter verbessert werden kann.

 

Christian Hofmann, Leiter der Polizeiinspektion Güstrow, wies auf die vergleichsweise geringe Kriminalitätsbelastung im Landkreis Rostock und die hohe Aufklärungsrate hin. Die Wahrnehmung bestimmter Fälle überlagere im Sicherheitsgefühl oftmals die tatsächlichen Schwerpunkte im Kriminalitätsgeschehen. 10.586 Fälle wurden 2017 erfasst, rund 1400 weniger als 2016. Die Aufklärungsquote ist 2017 zudem auf über 65 Prozent weiter gestiegen. Die meisten Fälle betrafen Diebstähle, Roheitsdelikte sowie Vermögens- und Fälschungsdelikte. Polizeidirektor Hofmann wies insbesondere auf die Zunahme der Enkeltrickbetrügereien (68/2017), mehr angezeigte Fälle häuslicher Gewalt (124/2017) und rund 50 Fälle von Gewalt an Schulen im Jahr 2017 hin. Diese Zahlen seien jedoch auch Ausdruck gelingender Präventionsarbeit, weil das Bewusstsein und die Aufmerksamkeit dafür steigen. Damit einher ginge auch größere Anzeigebereitschaft. Christian Hofmann konstatierte zudem ein Anwachsen der Straftaten gemäß Betäubungsmittelgesetz im Landkreis Rostock (517/2017).

Armin Schlender, Geschäftsführer des Landesrates für Kriminalitätsvorbeugung, empfahl eine deutliche Stärkung der Präventionsarbeit in den Kommunen. Es gebe viele für das Land so typische Kleinstädte und Gemeinden im Kreis, die jedoch keine eigenständigen Strukturen für Prävention haben. Er lobte das Engagement von Schulen in diesem Bereich und zeichnete die Schule am See Satow und das Schulzentrum Kühlungsborn mit dem Qualitätssiegel „Sicherheit macht Schule“ aus. Er warb dafür, dass sich weitere Schulen an dem Programm beteiligen.

In einer selbstkritischen Bestandsaufnahme diskutierten die Teilnehmer*innen des Präventionsforums in zwei Fachgruppen, wie die Präventionsarbeit im Landkreis Rostock weiter verbessert werden kann. Schwerpunkte sollten demnach ein stärkerer Aufbau von Präventionsarbeit in Städten und Gemeinden gemeinsam mit den Bürgermeister*innen und Gemeindevertretungen, bessere Information über Fördermöglichkeiten und bestehende Präventionsarbeit, mehr Austausch zwischen Aktiven und Aufbau neuer Strukturen sein. Die Expertinnen und Experten schlugen außerdem vor, die Arbeit mit Eltern zu intensivieren, damit Präventionsarbeit in Familie, Kita und Schule noch besser wirkt.

 

Für die Redaktionen: Angefügt finden Sie die thematische Einführung der Vorsitzenden des Kommunalen Präventionsrates, Anja Kerl.

 

Sehr geehrte Frau Starck,

sehr geehrter Herr Hofmann,

sehr geehrter Herr Schlender,

sehr geehrte Teilnehmerinnen und Teilnehmer,

sehr geehrte Gäste,

 

im Namen des Landkreises Rostock darf ich Sie zum 3. Präventionsforum begrüßen.

 

Die Angst, Opfer einer Straftat zu werden, ist groß. Das Thema Sicherheit nimmt im Alltag der Einwohnerinnen und Einwohner unseres Kreises einen hohen Stellenwert ein. Auch in der öffentlichen Debatte sind Sicherheit und Ordnung Schwerpunkt. Dabei beobachten wir allerdings, dass es eine deutliche Diskrepanz zwischen dem Sicherheitsgefühl und der tatsächlichen Sicherheitslage in unserem Land und unserer Region gibt. Ich denke, dass wird gleich im Vortrag von Herrn Hofmann sehr deutlich werden.

Das bedeutet für uns zweierlei in der Präventionsarbeit:

Zum Einen dürfen wir nicht in die Verlegenheit geraten, die natürlich immer noch stattfindende Kriminalität zu relativieren oder beschönigend zu wirken. Das ist Wasser auf die Mühlen derer, die vor allem mit Angst um Stimmen werben.

Zum Anderen muss es aber Ziel der Präventionsarbeit sein, das Sicherheitsgefühl der Menschen zu stärken und die tatsächlich relevanten Problemfelder in den Blick zu nehmen, die im öffentlichen Rauschen oft weniger Aufmerksamkeit erfahren als notwendig.

Ich freue mich daher auf die Impulse von Herrn Schlender für unsere Präventionsarbeit im Landkreis Rostock. Der Austausch auf dem Präventionsforum hier stärkt die Präventionsarbeit vor Ort in unseren Städten und Gemeinden. Ein gemeinsames Ziel unserer Arbeit im Kommunalen Präventionsrat und der Akteure in den Städten und Gemeinden. Das kommt den Einwohnerinnen und Einwohnern unmittelbar zu Gute und hilft uns dabei, die beiden skizzierten Aufgaben zu lösen.

Ich erwarte von unserem Forum, dass wir damit die Vorbeugung gegen Kriminalität und Gewalt in den Ämtern, Städten und Gemeinden des Landkreises Rostock stärken. Mit dem Kommunalen Präventionsrat wollen wir die bewährten Strukturen der Präventionsarbeit vor Ort festigen. Der Austausch unter denjenigen, die diese Arbeit leisten, ist besonders wichtig. In unserem Kommunalen Präventionsrat arbeiten mehr als 20 Vertreter*innen aus Verwaltung, Justiz, Polizei, Vereinen, Verbänden und Beiräten zusammen. Wir wollen diese Expertise im gesamten Landkreis Rostock wirksam werden lassen, um die vorbeugende Arbeit gegen Kriminalität, Missbrauch und Gefahren im Landkreis Rostock zu koordinieren und damit die Sicherheit im Kreisgebiet weiter zu erhöhen.

Unser Präventionsforum ist dabei ein wesentlicher Teil des Programms des Kommunalen Präventionsrates. Wir können informieren, Erkenntnisse gewinnen und austauschen, gemeinsam an Strategien für die Präventionsarbeit im Kreis arbeiten und die Umsetzung steuern, indem wir gemeinsam darüber beraten. Wir können damit Bedarfe besser erkennen und entsprechend handeln. Daraus können Präventions- und Weiterbildungsprojekte entstehen, mit denen wir vorbeugend für die Sicherheit im Landkreis Rostock tätig werden.

  Kontakt Pressestelle

Büro des Landrates

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18273 Güstrow

Michael Fengler
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