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Informationen des Veterinäramtes zur Afrikanischen Schweinepest (ASP)

In zahlreichen Informationen in verschiedenen Medien der vergangenen Wochen wurde Ende Januar von Nachweisen des Virus der Afrikanischen Schweinepest bei Wildschweinen in Litauen berichtet, Ende Februar meldete Polen erste Funde, ebenfalls bei Wildschweinen an der Grenze zu Weißrussland.

Im Folgenden sind wichtige Informationen zu dieser schwerwiegenden und wirtschaftlich bedeutsamen Tierseuche noch einmal zusammengefasst:
Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine hochansteckende, fieberhafte Allgemeinerkrankung der Schweine (Haus-und Wildschweine) mit seuchenhaftem Verlauf.
Die ASP ist eine anzeigepflichtige Tierseuche und wird durch ein eigenständiges Virus hervorgerufen, welches keine Verwandtschaft zum Virus der Europäischen Schweinepest aufweist. 
Erstmals wurde die ASP 1921 in Kenia beschrieben und ist in Afrika südlich der Sahara weit verbreitet. Dort bilden Warzenschweine, die über längere Zeit infiziert bleiben, jedoch klinisch nicht erkranken, das natürliche Erreger-Reservoir.
 
In Europa kam es seit Mitte der 70iger Jahre des vergangenen Jahrhunderts zu sporadischen Ausbrüchen in Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Spanien und Portugal. Diese Ausbrüche konnten alle erfolgreich bekämpft werden. Einzig auf der Insel Sardinien, auf die das Virus der ASP 1978 eingeschleppt wurde, konnte diese Seuche bis heute nicht getilgt werden.
 
Seit 2007 kommt es zur Ausbreitung der ASP vom Süden Russlands (Kaukasus, Armenien, Aserbaidschan,Donezk-Becken) Ukraine, Weißrussland nach Litauen und Polen mit stark ausbreitender Tendenz und Manifestation des Erregers beim Wildschwein.
 
Man geht davon aus, dass das Virus ursprünglich über unsachgemäße Entsorgung und Verfütterung von Speiseabfällen an Schweine/Wildschweine von internationalen Schiffen eingeschleppt wurde.
In Afrika werden zwei Übertragungswege beobachtet – einmal über Lederzecken, die das Virus von infizierten Schweinen aufgenommen haben, lange beherbergen und bei Blutmahlzeiten wieder an das Schwein weitergeben können und über den direkten Tierkontakt bzw. die Aufnahme infizierten Fleisches.
 
Bei dem aktuellen Seuchenzug sind bei der Ausbreitung der Seuche insbesondere die Verfütterung von kontaminierten Speiseabfällen an Schweine, der unkontrollierte Handel und Transport von Schweinen sowie von kontaminiertem Fleisch oder Fleischerzeugnissen oder Gegenständen von Bedeutung.
Die ASP stellt keine Gefahr für den Menschen dar!

Klinik

Das klinische Bild ähnelt dem der uns schon bekannten Klassischen/Europäischen Schweinepest, rein klinisch kann keine Unterscheidung getroffen werden.
 
In Abhängigkeit von den Eigenschaften des Erregers kommt es zu unterschiedlich stark ausgeprägten Krankheitsverläufen.
Bei akutem und perakutem Verlauf beträgt die Inkubationszeit 5 bis 15 Tage. Nach hohem Fieber (40 bis 42 °C) tritt bei annähernd 100 % der Tiere nach 5 bis 10 Tagen der Tod ein. Die Tiere zeigen Atemnot, Husten, Festliegen, Bewegungsstörungen und blutigen Durchfall. Häufig werden diskrete Petechien in der Haut sowie zyanotische Flecken an Ohren, Rüssel und Bauch beobachtet.
 
Bei milderem Verlauf kann es zu Konjunktivitis, Erbrechen sowie Blutungen aus Nase und Rektum kommen. Die Körperinnentemperatur kann fluktuieren oder hoch bleiben.
Ist das Virus in einer Region heimisch, kann es seine Eigenschaften ändern und in dessen Folge kommt es zu subakuten und chronischen Erkrankungen. Die Mortalität ist dann sehr gering (3 %), genesene Schweine können erneut erkranken und das Virus sehr lange ausscheiden.
Bei den Organveränderungen stehen Blutungen als Merkmal im Vordergrund. Bei perakutem und akutem Verlauf sind sie im ganzen Organismus zu finden.

Die Widerstandsfähigkeit des Erregers

Das ASP-Virus ist gegenüber Umwelteinflüssen außerordentlich widerstandsfähig. Gesteigert wird diese Eigenschaft noch, wenn das Virus in eiweißhaltigem Milieu (Blut, Gewebe verendeter Tiere z.B.) eingeschlossen ist.
 
 
Material
 
Überlebenszeit
Blut/Serum
(Kühlschranktemperatur)
6 Jahre
 
(Zimmertemperatur)
> 4 Monate
 
(Temperatur 60°C
30 Minuten
Schlachtkörper
(4–8 °C)
7 Monate
Gefrierfleisch
 
6 Jahre
Holzteile
 
190 Tage
blutverseuchte
Erde
205 Tage
 
Fäulnis und Sonnenstrahlen inaktivieren das Virus unzureichend!
 
Die vordringlichste Aufgabe besteht darin, eine Einschleppung des Virus der ASP zu verhindern!
Dazu kann jeder beitragen!
 
Nach wie vor stellt die Einhaltung strikter Hygienemaßnahmen in Schweinehaltungsbetrieben einen sehr wesentlichen Punkt bei der Seuchenverhütung dar.
Das gilt für alle Schweinehaltungen, auch für Kleinst- und Hobbyhaltungen!
 
Die strikte Einhaltung des Verfütterungsverbotes von Speiseabfällen muss in allen Schweinehaltungen gewährleistet werden!
Verstöße gegen dieses Verbot können mit Bußgeldern bis zu einer Höhe von 25.000 EURO geahndet werden.
 
Gleichermaßen wichtig ist die strikte Unterbindung des direkten oder indirekten Kontaktes (z.B. über Jäger) von Hausschweinen zu Wildschweinen. 
Ebenso muss darauf hingewiesen werden, dass das Mitbringen insbesondere von Fleisch-und Wurstwaren aus anderen Ländern grundsätzlich eine große Gefahr für das Einschleppen  des ASP-Virus darstellt und unterbleiben muss. Das gilt für jeden Reisenden. Immer wird es Schweine geben, die unerkannt infiziert geschlachtet werden und über deren Fleisch oder die Produkte daraus das Virus auf diesem Wege weiterverbreitet werden kann.
 
Wie schon beschrieben, ist das klinische Bild der ASP sehr vielfältig, ein Ausschluss kann nur durch labordiagnostische Untersuchungen gegeben werden. Es ist deshalb von großer Bedeutung, dass fieberhafte unklare Krankheitsbilder , gehäufte Todesfälle, Gruppenerkrankungen schnellstmöglich abgeklärt werden. Ziehen Sie rechtzeitig Ihren Tierarzt und das Veterinäramt hinzu!
 
Die Früherkennung der ASP und daraus ein zielgerichtetes und umfassendes Handeln ist ein wirksames Instrument zur Eindämmung dieser Seuche.
Dazu sind alle aufgerufen!
 
Kontaktdaten des Veterinäramtes des Landkreises Rostock:
 
Telefon:    03843 – 755 39 120
Fax :        03843 – 755 39 801
Email:       elisabeth.dey@lkros.de

  Kontakt

Veterinär- und
Lebensmittel-
überwachungsamt


Am Wall 3 - 5
18273 Güstrow
+49 3843 755-39999
+49 3843 75539801

Dey, Elisabeth
Amtsleiterin
Elisabeth.Dey@lkros.de
Zimmer 5.U23

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